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Wissenschaft 13.11.18

Aktuelle Forschung zu Humboldt-Mineralien

Fahlerze sind nach der aktuellen mineralogischen Nomenklatur eine Mineralgruppe mit verschiedenen Endgliedern

Auf dem Weg von Quito nach Lima besuchte Alexander von Humboldt im September 1802 die Silber-Bergwerke von Hualgayoc in der Provinz Cajamarca im nördlichen Peru. Die erst 1771 entdeckten Lagerstätten gehörten zu diesem Zeitpunkt zu den wichtigsten Silberproduzenten in Peru. Humboldt befuhr verschiedene Gruben, besichtigte die Aufbereitungs- und Verhüttungsanlagen und entnahm Proben für Untersuchungszwecke. Einige davon übergab er 1805 dem Königlichen Mineralienkabinett in Berlin. Darunter ein stahlgraues Erz vom Gang Casanova der Grube Micuipampa, das von ihm als Fahlerz beschriftet wurde. Fahlerze sind nach der aktuellen mineralogischen Nomenklatur eine Mineralgruppe mit verschiedenen Endgliedern. Im Rahmen der Forschungsarbeiten für eine Publikation über Humboldts mineralogischen Sammlungen am Museum für Naturkunde Berlin wurde diese Probe mit dem Rasterelektronenmikroskop und mikroanalytischen Methoden untersucht. Es handelt es sich um einen Zink-betonten Tetraedrit mit ca. 10 Gewichtsprozent Silber, der von Sphalerit und weiteren Sulfiden begleitet wird.